Jana Nowak Photography

Im Bett mit Hannah Wilke

In der Serie "Im Bett mit" stelle ich Euch meine Lieblingsfotograf*innen und -künstler*innen vor. In dieser Folge dreht sich alles um die amerikanische Künstlerin Hannah Wilke und um ihr Gesamtwerk, das im Spannungsverhältnis von Feminismus und Narzissmus steht.

Riot Grrrl!

Schon länger hatte ich die Idee, ein Shooting im Stil von Terry Richardson umzusetzen. Das klingt erst mal nicht besonders innovativ, da diese Art der Ästhetik aktuell überall zu sehen ist – aber wenn man es ausprobiert weiß man auch, warum. Abgesehen von diesem rotzig modernen Bildlook den man entweder liebt oder hasst, ist es manchmal auch einfach befreiend, Bilder zu produzieren, ohne den Anspruch zu haben, technisch perfekt zu arbeiten. Vielmehr geht es um den Spaß an der Sache, die Kommunikation mit dem Model und hemmungsloses Ausprobieren!

Ist das noch Kunst? Milo Moiré und die Mirror Box

Ob es gegen die Objektivierung von Frauen hilft, sich öffentlich im Intimbereich anfassen zu lassen, das untersuchte Performancekünstlerin Milo Moiré in ihrer jüngsten Arbeit.

Eine Frau lässt sich in der Innenstadt europäischer Metropolen von Passant*innen für 12 Sekunden an der Brust und für 30 Sekunden im Schritt berühren. Verdeckt durch verspiegelte Kästen, wird den Umstehenden der Blick auf die betreffenden Regionen verwehrt – sie sehen lediglich ihr eigenes Spiegelbild. Soweit, so ungewöhnlich. Diese Aktion wurde in den letzten Wochen von der selbsternannten „Konzeptkünstlerin, Performancekünstlerin, Malerin, Kunst-Amazone und Psychologin“ Milo Moiré in Düsseldorf, Amsterdam und London durchgeführt.

Moiré, die von den Boulevardmedien als „Nacktkünstlerin“ gefeiert, von der Kunstszene bisher jedoch weitgehend ignoriert wurde, machte bereits Anfang dieses Jahres von sich reden, als sie nackt auf der Kölner Domplatte gegen die sexuellen Übergriffe auf Frauen protestierte.

©Peter Palm

Diese selbstgewählte Rolle als Frauenrechtlerin führt Moiré nun mit ihrer Performance Mirror Box fort. Mit den Worten „I'm standing here for the woman rights and sexual equality. We have the same sexuality like man have but we decide when we will be touched or not“ eröffnete sie ihre Performance und lud sowohl Männer als auch Frauen ein, in den Kasten zu greifen und sie zu berühren.

Zunächst wirkt dieses Konzept ungewöhnlich und spannend, da Moiré als berührte Frau (zumindest theoretisch) eigenständig darüber entscheidet, wer sie anfasst und wer nicht. Sie bestimmt also den Ablauf und behauptet sich als sexuell begehrendes Subjekt, das es für einen festgelegten Zeitraum genießt, angefasst zu werden. Jedoch ist diese Idee nicht neu. Bereits 1968 führte die Performancekünstlerin VALIE EXPORT mit ihrem Tapp- und Tastkino eine sehr ähnliche Aktion durch. Auch sie bedeckte ihre Brust mit einem Kasten und forderte Passant*innen auf, hineinzugreifen. Diese setzten sich der Gefahr aus, durch die haptische Erfahrung, des Tastens im Dunkeln, von den Umstehenden, ebenso wie von Export bei einer intimen Handlung ertappt zu werden. Sie verkehrte also in dieser Miniaturnachbildung eines Kinosaals die, dem Kino inhärente, Blickstruktur, welcher die Objektivierung der Frau zugrunde lag. 1968 führte das zu harscher Kritik seitens der Medien, so wurde sie unter anderem als Prostituierte beschimpft. Moiré selbst beschreibt ihre Performance als eine Hommage an VALIE EXPORT. Bisher hat sich die Künstlerin zu dieser "Würdigung" ihrer Arbeit noch nicht öffentlich geäußert.

©VALIE EXPORT

Ähnlich wie 1968 bei VALIE EXPORT, löste auch Moirés Performance medial und rechtlich geteilte Reaktionen aus. Während sie in Amsterdam und Düsseldorf die Aktion ungestört durchführen konnte, wurde sie in London für einen kurzen Zeitraum inhaftiert und musste eine Geldstrafe zahlen, da Mirror Box von den dortigen Behörden nicht als Kunstaktion eingestuft wurde.

Doch welche Relevanz besitzt diese Performance noch heute, wie sinnvoll ist ein Reenactment, also eine Wiederaufführung dieser Arbeit, mit den gewählten Erweiterungen und welche Rolle spielt die Kunstfigur Milo Moiré in diesem Kontext? Dass die Thematisierung konsensueller Sexualität ein wichtiges Thema ist, ist (insbesondere aufgrund der aktuellen Diskussion um eine Verschärfung des Sexualstrafrechts) unbestreitbar. Doch welche Relevanz hat es, dass in Moirés Boxen Kameras angebracht waren, die die Berührungen aufgezeichnet haben? Wohlwollend könnte man vermuten, dass so nicht nur die Teilnehmer*innen per se ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden, sondern der Erfahrung des Tastens durch die Veröffentlichung jede Intimität geraubt wird. Aber wäre es dann nicht interessant, die Berührungen und die Blicke der Teilnehmer*innen zu sehen?

In dem auf Moirés Website verfügbaren Video zeichnen sich jedoch eindeutige Präferenzen bezüglich der Bildmotive ab. Die Reaktionen und Gesichtsausdrücke werden nur vereinzelt gezeigt. Stattdessen sieht man vor allem, wie Moirés Vagina in Nahaufnahme angefasst wird und wie Finger in sie eindringen. Auch das kann natürlich Kunst sein und ähnliches kennt man bereits aus VALIE EXPORTS Orgasmusfilm von 1967 oder Carolee Schneemanns Film Fuses (1964–1967), jedoch ist auf Moirés Website lediglich die zensierte Version ihrer Arbeit zu sehen. Den vollen Kunstgenuss kann man sich für nur 7,99 € nach Hause liefern lassen – diskrete Verpackung inklusive. Dass das unweigerlich an der reinen künstlerischen Intention, für die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen einzustehen, zweifeln lässt, scheint offensichtlich. Dazu trägt auch die Erscheinung der Künstlerin bei, die durch vergrößerte Brüste, starkes Make-up und einen meist verführerischen Gesichtsausdruck, mit scheinbar sexuell verfügbarem, lasziv geöffnetem Mund mit dem Klischee der typischen Performancekünstlerin bricht. Stattdessen erinnert sie eher an ein Erotikmodel oder eine Pornodarstellerin, weniger jedoch an eine Intellektuelle, Frauenrechtsaktivistin oder Performerin.

Warum bei einer Performance, in der es unter anderem um die Blicke zwischen Performerin und Teilnehmer*innen geht, die Gesichter der Berührenden unkenntlich gemacht werden, das kann vermutlich nur Moiré selbst beantworten.

Moiré beschreibt Mirror Box und ihre Performancekunst im Allgemeinen „als Ort des Widerspruchs – Paradox als Keim seelischer Entwicklung“ und vielleicht ist es genau das, was ihre Arbeiten ausdrücken, den Widerspruch. Zwar bezeichnet sie sich selbst nicht als Feministin, jedoch behandelt sie Themen die definitiv feministische Inhalte haben und bricht dabei mit dem Bild der „klassischen“ Feministin. Dabei oszilliert sie zwischen Trash, Kommerz und Inhalt, kombiniert Pornografie mitKunst und wirft die Wertvorstellungen der eigentlich so toleranten Feminist*innen über den Haufen.

Milo Moiré mag vieles sein, vor allem aber ist sie eine Künstlerin, die Kopfschmerzen bereitet.

(M)eating Hannah Wilke

Heute zeige ich Euch ein Bild, das mir sehr am Herzen liegt. (M)eating Hannah Wilke setzt sich mit dem Werk der feministischen Künstlerin Hannah Wilke auseinander, die in den 70er Jahren mit ihrer Starification Object Series (einer Serie die Wilkes nackten Körper mit kleinen Vaginaplastiken aus Kaugummi versehen zeigt) Aufsehen erregte.

Meating Hannah Wilke

Bei dem Versuch einer modernen Adaption ging es hier sowohl darum, die Arbeit historisch zu kontextualisieren und die Darstellung somit nicht nur auf Fragen der weiblichen Geschlechtsidentität zu begrenzen als auch darum, auf den Aspekt der Mortifizierung Bezug zu nehmen (welcher auch in Hannah Wilkes späterem Werk eine wichtige Rolle einnimmt). Deshalb wurde bei der Wahl der Materialien auch nicht, wie ursprünglich bei Wilke, Kaugummi verwendet, sondern stattdessen rohes Fleisch geformt.

Falls Ihr Euch für die insgesamt sechsteilige Serie interessiert und gerne alle Bilder sehen möchtet, könnt Ihr das am kommenden Samstag im Werk II tun. Dort stelle ich im Rahmen des City Crash Festivals aus. Also kommt vorbei und lasst uns diskutieren!

Von zypriotischen Bergen und türkischen Basaren

In der letzten Woche war es etwas still auf meiner Seite und das liegt daran, dass ich gemeinsam mit ein paar Freunden eine Rundreise gemacht habe. In sieben Nächten übernachteten wir in insgesamt fünf Hotels – sowohl auf Zypern als auch auf dem türkischen Festland und haben einen Einblick in die Kultur bekommen, uns auf Basaren durch das Angebot an getrockneten Früchten probiert und sind mit wackligen regionalen Bussen gefahren.

Nikosia ist die letzte geteilte Hauptstadt der Welt. Dieses Motiv war das erste, das mir passenderweise während des kurzen Aufenthalts auf der griechischen Seite der Stadt auffiel.

Durch Zufall stießen wir in Antalya auf diesen belebten, lauten und wunderschönen Basar.

Die Herstellung eines Teppichs in Handarbeit dauert bis zu einem Jahr. Abgesehen von dem leicht chauvinistischen Reiseführer, der auf die Frage ob auch Männer Teppiche knüpften antwortete "Ja glaubst Du denn, ein Mann hätte Lust, ein Jahr an einem Teppich zu arbeiten?", war es eine sehr interessante Erfahrung, die Arbeitsschritte nachzuvollziehen.

Die aufwändige Gewinnung der Seide aus Kokons findet in einem heißen Wasserbad statt.

Langzeitbelichtung – so viel Zeit muss sein.

Und natürlich dürfen bei Urlaubsbildern auch die obligatorischen Essensfotos nicht fehlen!

Ihr seht hier nur einen sehr kleinen Auszug der riesigen Menge an Bildmaterial, die sich in einer Woche angesammelt hat. Alles wurde aus jeder erdenklichen Perspektive festgehalten mit insgesamt drei Spiegelreflex- und zwei Videokameras, sowie diversen Handys. Kein Wunder, wenn man mit kreativen Menschen verreist.

Es wird grafisch

Zum ersten Mal seit Langem war wieder einmal Zeit für eine freie Arbeit. Gemeinsam mit der kreativen Mademoiselle Maya haben ich mich uns diesmal an ein, für mich eher unübliches, Thema gewagt. Den Anstoß gab einTreppenhaus, das mir durch Zufall beim letzten Lichtfest auffiel.

Die interessante und ungewöhnliche Architektur des Gebäudes wollten Mademoiselle Maya und ich also für die Modelfotografie nutzbar machen und haben uns an einer Kombination aus Architektur- und Mode(l)fotografie versucht.

Gerade das Zusammenspiel von Linien und dem Körper des Models war für uns interessant, aber auch anspruchsvoll, da Mademoiselle Maya sich in sehr akrobatische Posen begeben musste (zu meinem Glück ist sie als Kickboxerin entsprechend sportlich).

Mit Weihnachtsdekoration und Glitzervorhängen zum  Fotoshooting im Stil der zwanziger Jahre

Vielleicht erinnern sich ja noch einige von Euch daran, dass ich Mitte diesen Jahres ein Fotoshooting verlost habe.

Nachdem die Gewinnerin feststand, sah ich, dass sie bereits häufiger gemodelt und so auch schon einiges an Erfahrung vorzuweisen hatte. Sie erzählte mir, dass Sie sich ein Shooting im Stil der zwanziger Jahre wünschen würde und besaß glücklicherweise auch einen großen Fundus mit entsprechender Kleidung, so dass die Grundlage für atmosphärische Bilder geschaffen war.

Da wir uns dafür entschieden, im Studio zu fotografieren, galt es nun ein entsprechendes Set zu aufzubauen, das auch ohne eine nachträgliche Montage eine gewisse Tiefe und Stimmung erzeugen sollte. Um die Illusion der Roaring Twenties im Studio zum Leben zu erwecken, wollte ich möglichste viele Glanz- und Bokehstellen in das Bild einbauen, aber seht selbst:

Für die Lichtpunkte im Hintergrund befestigte ich drei Lichterketten an meinem Hintergrundsystem und um den Effekt vor dem Model zu erzeugen hängte ich einen silbernen Fadenvorhang, mit einer abenteuerlichen Konstruktion vor das Model. Der Vorhang ist insofern praktisch, da man die einzelnen Fäden so arrangieren kann, dass sie eine schöne Umrandung oder Begrenzung für das Bild schaffen. Die Lichtreflexionen, die dabei entstehen sorgen dafür, dass jedes Bild leicht unterschiedlich und somit interessant wird.
Mit etwas Kreativität und einfachen Utensilien lässt sich also ganz leicht eine glamuröse Stimmung inszenieren. Grade jetzt zur Weihnachtszeit sind die Läden voll mit glitzernden Accessoires (neben Lichterketten sind meine absoluten Favoriten Engelshaar und Lametta) die sich perfekt dafür eignen, um Bildern eine gewisse Tiefe zu verleihen.

Düstere Ästhetik oder Rauchpatronen auf dem Friedhof

Ist das eigentlich legal? Das war die Frage, die uns bei der Planung dieser freien Arbeit am meisten beschäftigte.

Gemeinsam mit den Modellen Maya und Anna plante ich, ein Shooting umzusetzen, das von der Gothicszene inspiriert sein sollte. Dabei ging es uns sowohl um das bewusste Spiel mit bestimmten Klischees, als auch darum, eine gewisse Dekadenz und Extravaganz zum Ausdruck zu bringen.

Anna & Maya

Wer sich in Leipzig auskennt weiß, dass sich der Südfriedhof, aufgrund der vielen alten und außergewöhnlich schönen Grabsteine sehr gut für Shootings dieser Art eignet. Da er während des Wave Gotik Treffens bereits einmal im Jahr von Fotografen und Modellen "überrannt" wird und er auch sonst von den meisten Leipzigern beinahe wie ein Park genutzt wird, ist es etwas weniger kritisch, dort zu fotografieren, als auf anderen Friedhöfen. Da wir jedoch auch mit Requisiten wie farbigen Rauchpatronen arbeiten wollten, war uns etwas mulmig bei der Idee, diese dort zu verwenden. 

Mein Tipp: Immer auf Nummer Sicher gehen! Eine Nachfrage bei der Feuerwehr ergab, dass die Verwendung von Rauchpatronen unproblematisch ist. Mit diesem Wissen konnten wir alle das Shooting deutlich entspannter angehen.

Anna & Maya

What's in my bag - was ich zu einem Fotoshooting mitnehme

Da ich seit Kurzem die stolze Besitzerin einer wunderbaren neuen Kameratasche bin, kam mir die Idee, einen kleinen Leitfaden zu verfassen, auf welche Utensilien man als Fotograf bei einem Fotoshooting auf keinen Fall verzichten sollte.

Natürlich variiert die Auswahl je nach Shootingart und -umfang immer, aber das ist die Grundausstattung, die ich zu jedem Outdoorshooting mitnehme, bei dem die Personenfotografie im Vordergrund steht.

Zunächst das Wichtigste: die Kamera. Ich weiß, auf diesen Punkt wärt Ihr vermutlich nie gekommen, aber der Vollständigkeit halber soll hier nichts unerwähnt bleiben. Ich fotografiere mit der Canon EOS 6D und als Objektiv, das für die meisten Situationen optimal ist, kann ich sehr das 50mm 1,8er empfehlen. Lichtstarke Festbrennweiten überzeugen sowohl durch das tolle Bokeh, als auch durch die knackige Schärfe. Je nachdem, welche Objektive Ihr besitzt und was für Aufnahmen Ihr plant, kann es sinnvoll sein, ein weiteres Objektiv mitzunehmen, um zum Beispiel einen anderen Brennweitenbereich abzudecken.

Auch eine Ersatzspeicherkarte sollte nicht fehlen, damit Ihr nicht während des Shootings das perfekte Bild verpasst, nur weil Eure Speicherkarte voll oder defekt ist.

Für den Fall, dass Ihr keine Visagistin gebucht habt, ist es unverzichtbar, selbst eine minimale Auswahl an Beautyprodukten dabeizuhaben. Puder und Pinsel, sowie ein Kamm dürfen in meiner Ausrüstung nicht fehlen. Wer weiß, wie lange es dauert Haare zu bearbeiten, oder glänzende Hautpartien in Photoshop abzumildern, der wird sich über die Möglichkeit freuen, diese kleinen Makel direkt vor Ort zu beheben.

Ebenfalls unverzichtbar ist für mich beim Shooting eine Mülltüte. Sie mag vielleicht nicht das attraktivste Accessoire in meiner Ausrüstung sein, aber dennoch ist sie sehr praktisch. Stellt Euch zum Beispiel vor, Euer Model trägt helle Kleidung und Ihr möchtet es unbedingt sitzend positionieren. In so einer Situation hilft es ungemein, wenn man eine Folie bei sich hat, auf die sich das Model setzen kann, ohne seine Kleidung zu verschmutzen oder im schlimmsten Fall sogar zu beschädigen. Natürlich muss man dabei darauf achten, dass die Tüte anschließend nicht im Bild zu sehen ist. Hilfreich ist es auch immer, eine Schere bei sich zu haben, entweder um besagte Mülltüte zurechtzuschneiden, um störende Äste zu entfernen, oder auch um Schildchen von der Kleidung abzutrennen, die sonst vielleicht das Gesamtbild stören würden.

Falls Ihr Euch fragt, was es mit dem Ring aus Kirschblüten auf sich hat, dieser ist eine Eigenkonstruktion, welche ich sehr gerne für romantische Bilder nutze. Der Ring lässt sich leicht auf dem Objektiv befestigen und man kann ihn so zurechtrücken, dass Teile der Blumen ins Bild ragen. Wenn man offenblendig fotografiert kann man mit dieser Technik sehr schöne Effekte erzeugen.

Last but not least, die Kameratasche. Ihr solltet Wert darauf legen, dass Eure Tasche hochwertig ist und ausreichend Platz für Eure Ausrüstung bietet, schließlich wollt Ihr ja nicht, dass Eure Kamera beschädigt wird. Deshalb ist es wichtig, sich vor dem Kauf Gedanken darüber zu machen, was essentiell für Euch beim Fotografieren ist und unbedingt in Eure Tasche passen sollte.

Ich hoffe, der Artikel hat Euch gefallen. Vielleicht habt Ihr ja sogar ein paar Dinge entdeckt, die Ihr jetzt selbst zu Euren Shootings mitnehmen möchtet. Was mich interessieren würde ist: Was ist für Euch unverzichtbar bei einem Shooting und was ist üblicherweise in Eurer Tasche, bei einem (kleineren) Outdoorshooting?

Ich freue mich auf Eure Rückmeldungen,

Eure Jana

Fotoprojekt "Solidarität"

Dem Institut für Theaterwissenschaft und dem Institut für Archäologie drohen, aufgrund der aktuellen Kürzungen an der Uni Leipzig, die Schließung. Aus Protest wurden deswegen bereits einige Protestaktionen von den Studenten und Lehrenden ins Leben gerufen, wie zum Beispiel die Straßenperformance "GKOmmen um zu bleiben".

Gemeinsam mit einigen Kommilitoninnen entstand die Idee, selbst auch etwas zu den Protestaktionen beizutragen und so wurde das Fotoprojekt "Solidarität" gegründet.

Unser Ziel ist es, eine Art fotografische Petition zu schaffen, die zeigt, dass die unterschiedlichsten Menschen in Leipzig nicht einverstanden sind mit diesem Aspekt der aktuellen Hochschulpolitik. Dafür sprechen wir, in regelmäßigen Abständen, Passanten in der Leipziger Innenstadt an, erklären ihnen kurz die Situation der Institute und (sofern sie sich dazu bereiterklären) werden sie anschließend von mir fotografiert.

Es haben sich inzwischen über 100 Menschen gefunden, die das Projekt unterstützen und sich bereit erklärt haben, sich dafür fotografieren zu lassen. Wunderbar finde ich, dass auch viele ältere Menschen sich mit der Thematik auseinandersetzen und darüber gut informiert sind. Allerdings ist es verwunderlich, dass gerade von Studenten Aussagen getroffen wurden wie: "Ist doch gut, dass es diese Institute sind, die geschlossen werden."

Wir als Studenten sollten uns doch eigentlich solidarisch verhalten und unsere Komilitonen unterstützen. Es scheint fraglich, wie zielführend es ist, sich gegenseitig den schwarzen Peter zuzuschieben und zu hoffen, dass die anderen Institute statt dem eigenen geschlossen werden.

Alle Bilder des Projektes könnt Ihr hier sehen.

Viele schöne Studentinnen - Interview im Blitz!-Stadtmagazin

Hallo Ihr Lieben,

vor wenigen Tagen habe ich es zum ersten Mal gesehen: mein Interview im Blitz!-Magazin. Dort wird jeden Monat eine Fotograf_In vorgestellt und in der Mai/Juni Ausgabe wurde nun ein Interview mit mir und vielen meiner Arbeiten gezeigt. Ich freue mich riesig über den Artikel und über die positive Resonanz die bisher dazu kam. Den ganzen Artikel könnt Ihr hier lesen.

Ich wünsche Euch ein wunderbares Wochenende, Eure Jana

Ein Tag der Gegensätze: Mein Shooting mit Sweet Little Rockcake

Ich mag das Arbeiten mit kreativen Menschen wirklich sehr. Bei diesem Shooting habe ich zum ersten Mal mit dem Model Sweet Little Rockcake fotografiert. Unterstützt wurden wir dabei von der Visagistin Neoselin. Wir wollten an diesem Tag zwei sehr gegensätzliche Sets umsetzen: zunächst versuchten wir uns an einem natürlichen Look, der ohne viel Make-up oder dramatische Lichtsetzung wirken sollte. Der Fokus lag dabei allein auf dem ausdrucksstarken Gesicht des Models.

Deutlich aufwändiger fiel das nächste Styling aus. Statt Halsschmuck gab es eine Art Halskrause aus verlaufener Farbe und ein dazu passendes dramatisches Make Up.

Making-Of

Der Tag hat unglaublich viel Spaß gemacht und ließ viel Raum für Experimente. Was bei unserer kreativen Orgie so herauskam seht Ihr hier:

Blickfang Leipzig, der studentische Aktkalender - ein Rückblick

Vor circa einem Jahr ging alles los. Gemeinsam mit drei Freunden beschloss ich, in Anlehnung an die Tradition studentischer Aktkalender an der Uni Leipzig, selbst einen Kalender zu produzieren. Für uns alle war es eine Premiere und entsprechend unvoreingenommen gingen wir das Projekt an. Das Einzige, was von Anfang an feststand war, dass wir nur Frauen im Kalender zeigen wollten und dass wir uns gegen den typischen Stil von Erotikkalendern wenden wollten. Wir wollten weder kontrastreiche schwarz/weiße Studiobilder, noch sollten die Frauen komplett nackt zu sehen sein. Was also entstehen sollte waren feminine Aufnahmen natürlicher Frauen an unterschiedlichen Schauplätzen, welche ich gemeinsam mit einer weiteren Fotografin aufnahm. Diese galt es jedoch erst einmal zu organisieren. Nach zahlreichen Anfragen bei den unterschiedlichsten Institutionen war die Rückmeldung überraschend positiv. Bereits unser erstes Shooting fand im Leipziger Panorama Tower statt und wurde begleitet von einer Reporterin der Leipziger Volkszeitung.

Nur wenige Tage später wurden die nächsten Aufnahmen in einer ganz anderen Umgebung gemacht. Im Gegensatz zum Restaurant des Panorama Towers, das sich durch edles dunkles Holz und riesige Fensterfronten auszeichnet, verkörpern die Aufnahmen dieses Tages eine ganz andere Seite der Stadt. Die Feinkost Leipzig ist eine alte Konservenfabrik, die heute von Künstlern, Handwerken und anderen kreativen Menschen genutzt wird. Das spiegelt sich auch in der Umgebung der Feinkost wieder: die Wände sind übersät mit Graffitis, mitten im Hof stehen alte rote Kinosessel und in bemalten und umhäkelten Autoreifen finden sich Blumenbeete. Dass es sich also durchaus lohnt, sich das Gelände der Feinkost einmal näher anzuschauen war jedoch leider nicht nur uns aufgefallen, so dass plötzlich eine Gruppe Schulkinder auf dem Hof auftauchte und wir schnell den Reflektor zu einem Sichtschutz umfunktionieren mussten um unser Model vor den neugierigen Blicken abzuschirmen.

Durch unsere Sponsoren hatten wir auch die Möglichkeit in einem Oldtimer und auf einer kleinen Yacht zu fotografieren. Es war unglaublich toll, durch das Kalenderprojekt die Möglichkeit zu haben, diese als Kulissen für unsere Bilder nutzen zu können. Auch damit dass sich auf einen Aufruf in der Uni so viele Modelle gemeldet haben hätte ich niemals gerechnet. Die Rückmeldungen waren unglaublich positiv und alle Modelle die sich für das Projekt gemeldet haben waren ausnahmslos so hübsch, dass es uns wirklich schwer fiel uns auf nur zwölf zu einigen. Nachdem alle Bilder im Kasten, die Post Production fertig und ein Design für den Kalender entworfen war, gaben wir die Druckfreigabe. Es war ein unglaublich tolles Gefühl, das fertige Produkt in den Händen zu haben, was von uns natürlich entsprechend gefeiert wurde.

Ein weiteres persönliches Highlight war für mich, dass einige Zeit nachdem der Verkauf begonnen hatte, der MDR uns für einen Videodreh anfragte. Gemeinsam mit Julia, der Fotografin mit der zusammen ich die Bilder fotografiert habe, stellten wir mit zwei wunderbaren Models ein Kalendershooting nach und wurden zu dem Projekt interviewt. Den Beitrag könnt Ihr hier sehen.

Alles in allem waren es ein paar wundervolle Monate, die mir die Möglichkeit gegeben haben, viele tolle Menschen kennenzulernen und mich sehr intensiv mit der Fotografie zu beschäftigen. In diesem Sinne, vielen Dank an alle die diese Zeit so schön gemacht haben, wie sie war.