Tutorial - Jana Nowak Photography
Jana Nowak Photography

Tutorial

Mit Weihnachtsdekoration und Glitzervorhängen zum  Fotoshooting im Stil der zwanziger Jahre

Vielleicht erinnern sich ja noch einige von Euch daran, dass ich Mitte diesen Jahres ein Fotoshooting verlost habe.

Nachdem die Gewinnerin feststand, sah ich, dass sie bereits häufiger gemodelt und so auch schon einiges an Erfahrung vorzuweisen hatte. Sie erzählte mir, dass Sie sich ein Shooting im Stil der zwanziger Jahre wünschen würde und besaß glücklicherweise auch einen großen Fundus mit entsprechender Kleidung, so dass die Grundlage für atmosphärische Bilder geschaffen war.

Da wir uns dafür entschieden, im Studio zu fotografieren, galt es nun ein entsprechendes Set zu aufzubauen, das auch ohne eine nachträgliche Montage eine gewisse Tiefe und Stimmung erzeugen sollte. Um die Illusion der Roaring Twenties im Studio zum Leben zu erwecken, wollte ich möglichste viele Glanz- und Bokehstellen in das Bild einbauen, aber seht selbst:

Für die Lichtpunkte im Hintergrund befestigte ich drei Lichterketten an meinem Hintergrundsystem und um den Effekt vor dem Model zu erzeugen hängte ich einen silbernen Fadenvorhang, mit einer abenteuerlichen Konstruktion vor das Model. Der Vorhang ist insofern praktisch, da man die einzelnen Fäden so arrangieren kann, dass sie eine schöne Umrandung oder Begrenzung für das Bild schaffen. Die Lichtreflexionen, die dabei entstehen sorgen dafür, dass jedes Bild leicht unterschiedlich und somit interessant wird.
Mit etwas Kreativität und einfachen Utensilien lässt sich also ganz leicht eine glamuröse Stimmung inszenieren. Grade jetzt zur Weihnachtszeit sind die Läden voll mit glitzernden Accessoires (neben Lichterketten sind meine absoluten Favoriten Engelshaar und Lametta) die sich perfekt dafür eignen, um Bildern eine gewisse Tiefe zu verleihen.

Düstere Ästhetik oder Rauchpatronen auf dem Friedhof

Ist das eigentlich legal? Das war die Frage, die uns bei der Planung dieser freien Arbeit am meisten beschäftigte.

Gemeinsam mit den Modellen Maya und Anna plante ich, ein Shooting umzusetzen, das von der Gothicszene inspiriert sein sollte. Dabei ging es uns sowohl um das bewusste Spiel mit bestimmten Klischees, als auch darum, eine gewisse Dekadenz und Extravaganz zum Ausdruck zu bringen.

Anna & Maya

Wer sich in Leipzig auskennt weiß, dass sich der Südfriedhof, aufgrund der vielen alten und außergewöhnlich schönen Grabsteine sehr gut für Shootings dieser Art eignet. Da er während des Wave Gotik Treffens bereits einmal im Jahr von Fotografen und Modellen "überrannt" wird und er auch sonst von den meisten Leipzigern beinahe wie ein Park genutzt wird, ist es etwas weniger kritisch, dort zu fotografieren, als auf anderen Friedhöfen. Da wir jedoch auch mit Requisiten wie farbigen Rauchpatronen arbeiten wollten, war uns etwas mulmig bei der Idee, diese dort zu verwenden. 

Mein Tipp: Immer auf Nummer Sicher gehen! Eine Nachfrage bei der Feuerwehr ergab, dass die Verwendung von Rauchpatronen unproblematisch ist. Mit diesem Wissen konnten wir alle das Shooting deutlich entspannter angehen.

Anna & Maya

What's in my bag - was ich zu einem Fotoshooting mitnehme

Da ich seit Kurzem die stolze Besitzerin einer wunderbaren neuen Kameratasche bin, kam mir die Idee, einen kleinen Leitfaden zu verfassen, auf welche Utensilien man als Fotograf bei einem Fotoshooting auf keinen Fall verzichten sollte.

Natürlich variiert die Auswahl je nach Shootingart und -umfang immer, aber das ist die Grundausstattung, die ich zu jedem Outdoorshooting mitnehme, bei dem die Personenfotografie im Vordergrund steht.

Zunächst das Wichtigste: die Kamera. Ich weiß, auf diesen Punkt wärt Ihr vermutlich nie gekommen, aber der Vollständigkeit halber soll hier nichts unerwähnt bleiben. Ich fotografiere mit der Canon EOS 6D und als Objektiv, das für die meisten Situationen optimal ist, kann ich sehr das 50mm 1,8er empfehlen. Lichtstarke Festbrennweiten überzeugen sowohl durch das tolle Bokeh, als auch durch die knackige Schärfe. Je nachdem, welche Objektive Ihr besitzt und was für Aufnahmen Ihr plant, kann es sinnvoll sein, ein weiteres Objektiv mitzunehmen, um zum Beispiel einen anderen Brennweitenbereich abzudecken.

Auch eine Ersatzspeicherkarte sollte nicht fehlen, damit Ihr nicht während des Shootings das perfekte Bild verpasst, nur weil Eure Speicherkarte voll oder defekt ist.

Für den Fall, dass Ihr keine Visagistin gebucht habt, ist es unverzichtbar, selbst eine minimale Auswahl an Beautyprodukten dabeizuhaben. Puder und Pinsel, sowie ein Kamm dürfen in meiner Ausrüstung nicht fehlen. Wer weiß, wie lange es dauert Haare zu bearbeiten, oder glänzende Hautpartien in Photoshop abzumildern, der wird sich über die Möglichkeit freuen, diese kleinen Makel direkt vor Ort zu beheben.

Ebenfalls unverzichtbar ist für mich beim Shooting eine Mülltüte. Sie mag vielleicht nicht das attraktivste Accessoire in meiner Ausrüstung sein, aber dennoch ist sie sehr praktisch. Stellt Euch zum Beispiel vor, Euer Model trägt helle Kleidung und Ihr möchtet es unbedingt sitzend positionieren. In so einer Situation hilft es ungemein, wenn man eine Folie bei sich hat, auf die sich das Model setzen kann, ohne seine Kleidung zu verschmutzen oder im schlimmsten Fall sogar zu beschädigen. Natürlich muss man dabei darauf achten, dass die Tüte anschließend nicht im Bild zu sehen ist. Hilfreich ist es auch immer, eine Schere bei sich zu haben, entweder um besagte Mülltüte zurechtzuschneiden, um störende Äste zu entfernen, oder auch um Schildchen von der Kleidung abzutrennen, die sonst vielleicht das Gesamtbild stören würden.

Falls Ihr Euch fragt, was es mit dem Ring aus Kirschblüten auf sich hat, dieser ist eine Eigenkonstruktion, welche ich sehr gerne für romantische Bilder nutze. Der Ring lässt sich leicht auf dem Objektiv befestigen und man kann ihn so zurechtrücken, dass Teile der Blumen ins Bild ragen. Wenn man offenblendig fotografiert kann man mit dieser Technik sehr schöne Effekte erzeugen.

Last but not least, die Kameratasche. Ihr solltet Wert darauf legen, dass Eure Tasche hochwertig ist und ausreichend Platz für Eure Ausrüstung bietet, schließlich wollt Ihr ja nicht, dass Eure Kamera beschädigt wird. Deshalb ist es wichtig, sich vor dem Kauf Gedanken darüber zu machen, was essentiell für Euch beim Fotografieren ist und unbedingt in Eure Tasche passen sollte.

Ich hoffe, der Artikel hat Euch gefallen. Vielleicht habt Ihr ja sogar ein paar Dinge entdeckt, die Ihr jetzt selbst zu Euren Shootings mitnehmen möchtet. Was mich interessieren würde ist: Was ist für Euch unverzichtbar bei einem Shooting und was ist üblicherweise in Eurer Tasche, bei einem (kleineren) Outdoorshooting?

Ich freue mich auf Eure Rückmeldungen,

Eure Jana