fotografie - Jana Nowak Photography
Jana Nowak Photography

#fotografie

Riot Grrrl!

Schon länger hatte ich die Idee, ein Shooting im Stil von Terry Richardson umzusetzen. Das klingt erst mal nicht besonders innovativ, da diese Art der Ästhetik aktuell überall zu sehen ist – aber wenn man es ausprobiert weiß man auch, warum. Abgesehen von diesem rotzig modernen Bildlook den man entweder liebt oder hasst, ist es manchmal auch einfach befreiend, Bilder zu produzieren, ohne den Anspruch zu haben, technisch perfekt zu arbeiten. Vielmehr geht es um den Spaß an der Sache, die Kommunikation mit dem Model und hemmungsloses Ausprobieren!

Mit Weihnachtsdekoration und Glitzervorhängen zum  Fotoshooting im Stil der zwanziger Jahre

Vielleicht erinnern sich ja noch einige von Euch daran, dass ich Mitte diesen Jahres ein Fotoshooting verlost habe.

Nachdem die Gewinnerin feststand, sah ich, dass sie bereits häufiger gemodelt und so auch schon einiges an Erfahrung vorzuweisen hatte. Sie erzählte mir, dass Sie sich ein Shooting im Stil der zwanziger Jahre wünschen würde und besaß glücklicherweise auch einen großen Fundus mit entsprechender Kleidung, so dass die Grundlage für atmosphärische Bilder geschaffen war.

Da wir uns dafür entschieden, im Studio zu fotografieren, galt es nun ein entsprechendes Set zu aufzubauen, das auch ohne eine nachträgliche Montage eine gewisse Tiefe und Stimmung erzeugen sollte. Um die Illusion der Roaring Twenties im Studio zum Leben zu erwecken, wollte ich möglichste viele Glanz- und Bokehstellen in das Bild einbauen, aber seht selbst:

Für die Lichtpunkte im Hintergrund befestigte ich drei Lichterketten an meinem Hintergrundsystem und um den Effekt vor dem Model zu erzeugen hängte ich einen silbernen Fadenvorhang, mit einer abenteuerlichen Konstruktion vor das Model. Der Vorhang ist insofern praktisch, da man die einzelnen Fäden so arrangieren kann, dass sie eine schöne Umrandung oder Begrenzung für das Bild schaffen. Die Lichtreflexionen, die dabei entstehen sorgen dafür, dass jedes Bild leicht unterschiedlich und somit interessant wird.
Mit etwas Kreativität und einfachen Utensilien lässt sich also ganz leicht eine glamuröse Stimmung inszenieren. Grade jetzt zur Weihnachtszeit sind die Läden voll mit glitzernden Accessoires (neben Lichterketten sind meine absoluten Favoriten Engelshaar und Lametta) die sich perfekt dafür eignen, um Bildern eine gewisse Tiefe zu verleihen.

Fotoprojekt "Solidarität"

Dem Institut für Theaterwissenschaft und dem Institut für Archäologie drohen, aufgrund der aktuellen Kürzungen an der Uni Leipzig, die Schließung. Aus Protest wurden deswegen bereits einige Protestaktionen von den Studenten und Lehrenden ins Leben gerufen, wie zum Beispiel die Straßenperformance "GKOmmen um zu bleiben".

Gemeinsam mit einigen Kommilitoninnen entstand die Idee, selbst auch etwas zu den Protestaktionen beizutragen und so wurde das Fotoprojekt "Solidarität" gegründet.

Unser Ziel ist es, eine Art fotografische Petition zu schaffen, die zeigt, dass die unterschiedlichsten Menschen in Leipzig nicht einverstanden sind mit diesem Aspekt der aktuellen Hochschulpolitik. Dafür sprechen wir, in regelmäßigen Abständen, Passanten in der Leipziger Innenstadt an, erklären ihnen kurz die Situation der Institute und (sofern sie sich dazu bereiterklären) werden sie anschließend von mir fotografiert.

Es haben sich inzwischen über 100 Menschen gefunden, die das Projekt unterstützen und sich bereit erklärt haben, sich dafür fotografieren zu lassen. Wunderbar finde ich, dass auch viele ältere Menschen sich mit der Thematik auseinandersetzen und darüber gut informiert sind. Allerdings ist es verwunderlich, dass gerade von Studenten Aussagen getroffen wurden wie: "Ist doch gut, dass es diese Institute sind, die geschlossen werden."

Wir als Studenten sollten uns doch eigentlich solidarisch verhalten und unsere Komilitonen unterstützen. Es scheint fraglich, wie zielführend es ist, sich gegenseitig den schwarzen Peter zuzuschieben und zu hoffen, dass die anderen Institute statt dem eigenen geschlossen werden.

Alle Bilder des Projektes könnt Ihr hier sehen.